WeFi entwickelt sich weiter: Warum DeOne jetzt zeigt, wohin Banking, Krypto und finanzielle Selbstbestimmung gehen könnten

WeFi DeOne App-Übersicht: Onchain-Banking, Krypto-Wallet und Karte für digitale Nomaden
📌 Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält mehrere mit „Werbung / Affiliate-Link“ gekennzeichnete Links (u. a. zu WeFi, Crypto.com und Revolut). Er ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Geld einzuzahlen, sondern dient der allgemeinen Information. Kryptowerte und Onchain-Finanzprodukte sind mit erheblichen Risiken verbunden – bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.

Wer dauerhaft in Deutschland lebt, denkt bei Banking häufig noch in klassischen Strukturen: Bankkonto, Kreditkarte, Depot.

Wer dagegen auswandert oder als digitaler Nomade zwischen mehreren Ländern lebt, merkt sehr schnell, wie wichtig internationale Zahlungswege werden.

Unterschiedliche Währungen, Kartenakzeptanz, Konten in mehreren Ländern, Kryptowährungen, internationale Überweisungen und regulatorische Anforderungen gehören dann plötzlich zum Alltag.

Genau deshalb beobachten wir bei Elevate Your Life seit Jahren neue Banking- und Krypto-Lösungen nicht nur theoretisch. Wir schauen uns an, was davon im echten Alltag funktioniert – und was nur im Marketing gut klingt.

Über unser Netzwerk sind wir dabei vor einer Weile auf WeFi aufmerksam geworden. Spannend fanden wir von Anfang an die Grundidee dahinter: ein Anbieter, der klassische Finanzdienstleistungen – wie man sie von einer Bank kennt – mit der Welt der Blockchain verbinden will.

Inzwischen hat sich das Bild deutlich weiterentwickelt. WeFi positioniert sich heute nicht mehr einfach als eine weitere Banking-App. Das Unternehmen beschreibt sich vielmehr als Onchain-Finanzinfrastruktur, auf der sogenannte Deobanks aufgebaut werden können. DeOne – teilweise auch als D1 bezeichnet – soll eine konkrete Anwendung dieser Infrastruktur darstellen.

Das klingt zunächst technisch. Für digitale Nomaden, Auswanderer und Menschen, die ihr Geld international bewegen, steckt dahinter aber eine interessante Frage: Wie werden wir in Zukunft auf Geld, Krypto und Finanzdienstleistungen zugreifen – und wie viel Kontrolle behalten wir dabei selbst?

Vom WeFi-Projekt zur Finanzinfrastruktur

Der entscheidende Unterschied lässt sich relativ einfach erklären.

WeFi möchte die technische Infrastruktur liefern. Dazu gehören die eigene Blockchain WeChain, Onchain-Buchhaltung, Wallet-Technologie, Zahlungswege und die Verbindung zwischen Fiatgeld und Kryptowährungen.

Onchain bedeutet vereinfacht gesagt, dass Transaktionen und bestimmte Finanzprozesse direkt auf einer Blockchain abgebildet und nachvollziehbar verarbeitet werden.

DeOne beziehungsweise D1 ist dagegen näher am Nutzer: Konto- und Zahlungsfunktionen, Karten, Krypto und weitere Finanzprodukte sollen dort zusammenlaufen.

Auch die aktuelle WeFi-Präsentation vom August 2026 zeigt, dass das Konzept inzwischen erheblich breiter gedacht wird. Dort wird beispielsweise D1 Wealth and Investment Management genannt. Nach Unternehmensangaben wurde dafür auf den Seychellen eine Securities-Dealer-and-Broker-Lizenz erworben, über die unter anderem Zugang zu Aktien, Indizes, Rohstoffen, Futures, Anleihen und sogenannten Real World Assets ermöglicht werden soll.

Real World Assets, kurz RWA, sind reale Vermögenswerte wie Immobilien, Anleihen, Rohstoffe oder andere Werte, die digital beziehungsweise über Blockchain-Strukturen abgebildet werden können.

Diese Angaben stammen aus der eigenen Unternehmenspräsentation von WeFi. Öffentlich nachlesen lässt sich auf der WeFi-Website bislang die Registrierung von WeFi Payments Limited als Money Services Business bei der kanadischen FINTRAC. Wer mehr wissen möchte, kann die Seychellen-Lizenz und weitere Angaben zusätzlich bei den jeweiligen Lizenzregistern und Aufsichtsbehörden nachschlagen.

Damit entwickelt sich die ursprüngliche Idee weiter: WeFi als Infrastruktur – DeOne als darauf aufbauende Finanzwelt.

💶 Gleichzeitig verändert Europa die Spielregeln

Warum beobachten wir diese Entwicklung gerade jetzt so aufmerksam?

Weil sich auch das klassische Finanzsystem verändert.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt DAC8. Die Abkürzung steht für die achte Erweiterung der europäischen Richtlinie über die Zusammenarbeit der Steuerbehörden. Vereinfacht gesagt werden damit auch viele Kryptotransaktionen in den automatischen Informationsaustausch der Steuerbehörden einbezogen.

Für das Berichtsjahr 2026 sollen die ersten entsprechenden Meldungen und internationalen Datenaustausche 2027 erfolgen.

Gleichzeitig arbeitet die Europäische Zentralbank weiter am digitalen Euro. Dabei handelt es sich um eine mögliche digitale Form von Zentralbankgeld, die von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken des Euroraums ausgegeben würde. Ein Pilotprojekt ist für 2027 geplant, eine mögliche Erstausgabe frühestens für 2029.

Die Europäische Zentralbank betont ausdrücklich, dass der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Offline-Zahlungen sollen sogar eine mit Bargeld vergleichbare Privatsphäre ermöglichen.

Genau hier lohnt es sich aber, genauer hinzusehen. Denn bei Online-Zahlungen können Zahlungsdienstleister Nutzer weiterhin identifizieren, unter anderem zur Einhaltung von Geldwäschevorschriften.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, was offiziell versprochen wird, sondern langfristig: Welche Daten entstehen, wer kann darauf zugreifen und welche gesetzlichen Möglichkeiten werden künftig geschaffen?

Weitere Informationen zum digitalen Euro gibt es direkt bei der Europäischen Zentralbank:

Zum digitalen Euro bei der Europäischen Zentralbank

Bargeld, Krypto und Banken werden stärker reguliert

Auch Bargeld bleibt zwar bestehen, wird aber stärker reguliert.

Die neue EU-Geldwäscheverordnung sieht für gewerbliche Zahlungen von Waren und Dienstleistungen grundsätzlich eine Obergrenze von 10.000 Euro vor – anwendbar ab dem 10. Juli 2027. Einzelne Mitgliedstaaten dürfen niedrigere Grenzen festlegen.

Private Zahlungen zwischen natürlichen Personen außerhalb einer beruflichen Tätigkeit sind von dieser EU-weiten Grenze grundsätzlich ausgenommen.

Parallel verändert CRD6 die Bedingungen für bestimmte Kreditinstitute aus Drittstaaten.

CRD6 steht für die sechste europäische Eigenkapitalrichtlinie für Banken. Sie regelt unter anderem, unter welchen Voraussetzungen Banken und bestimmte Finanzinstitute aus Ländern außerhalb der Europäischen Union Dienstleistungen innerhalb der EU anbieten dürfen.

Gerade für internationale FinTech- und Deobanking-Modelle ist das relevant. Eine moderne App oder Blockchain-Technologie allein ersetzt keine notwendige Bank-, Zahlungs- oder Wertpapierlizenz.

Mehr dazu gibt es bei der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde:

CRD6 und Drittstaaten-Banken bei der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde

🔥 Und dann kommt ausgerechnet Visa

Besonders spannend ist, dass Blockchain-Finanzinfrastruktur längst kein Randthema der Kryptoszene mehr ist.

Visa stellte im Juli 2026 seine Visa Stablecoin Platform vor.

Stablecoins sind digitale Token, deren Wert an einen anderen Vermögenswert gekoppelt wird – häufig an den US-Dollar. Bekannte Beispiele sind USDT oder USDC.

Über die Visa Stablecoin Platform sollen Finanzinstitute und FinTechs Stablecoins verwahren, übertragen, ausgeben und wieder einlösen können.

Hinzu kommt ein sogenanntes Wallet-as-a-Service-Modell. Dabei müssen Banken oder Unternehmen nicht ihre komplette Blockchain-Wallet-Technologie selbst entwickeln, sondern können auf bestehende technische Infrastruktur zurückgreifen.

Das ist bemerkenswert. Denn plötzlich beschäftigen sich traditionelle Zahlungsriesen mit genau jener Verbindung, die vor wenigen Jahren noch als exotisch galt:

Bankkonto → Fiatgeld → Stablecoin → Blockchain → Wallet.

Visa selbst baut damit eine Brücke zwischen klassischem Zahlungsverkehr und Blockchain-Technologie.

Mehr dazu direkt bei Visa:

Visa Stablecoin Platform

Was bedeutet das für WeFi und DeOne?

Es wäre falsch zu behaupten, Visa oder die regulatorischen Entwicklungen in Europa würden den Erfolg von WeFi bestätigen. Ebenso wenig besteht daraus automatisch irgendeine Partnerschaft.

Sie zeigen aber etwas anderes: Der Markt, auf den WeFi setzt, entsteht tatsächlich.

Banking, Fiatgeld, Kryptowährungen, Stablecoins, Blockchain und tokenisierte Vermögenswerte wachsen zunehmend zusammen.

WeFi versucht genau an dieser Schnittstelle eine Infrastruktur aufzubauen. DeOne beziehungsweise D1 soll diese Infrastruktur für Nutzer zugänglich machen.

Für uns ist dabei besonders interessant, dass das Modell nicht nur auf einen Token oder eine einzelne App reduziert wird. Die Vision ist deutlich größer und umfasst unter anderem:

  • Fiat- und Krypto-Funktionen
  • Onchain-Banking
  • Zahlungen und Karten
  • Stablecoins
  • Real World Assets
  • Investmentprodukte
  • künstliche Intelligenz für Finanzanwendungen

Ob WeFi und DeOne diese Vision vollständig umsetzen können, muss die weitere Entwicklung zeigen.

🏦 Nicht die Ersten: Wie Crypto.com und Revolut das schon lösen

WeFi und DeOne sind dabei nicht die Ersten, die Banking und Krypto zusammenbringen wollen – nur gehen andere Anbieter dabei einen anderen Weg: über echte, unabhängig nachprüfbare Lizenzen.

Crypto.com bietet schon länger ein Konto mit IBAN und eine Visa-Karte an. Möglich macht das aber nicht eine einzelne App, sondern zwei getrennt lizenzierte maltesische Gesellschaften: Foris DAX MT Limited hält eine MiCA-Lizenz (Markets-in-Crypto-Assets-Verordnung) als Krypto-Dienstleister, Foris MT Limited ist als lizenziertes E-Geld-Institut registriert und stellt darüber IBAN-Konto und Karte bereit. Beide Lizenzen lassen sich bei der maltesischen Aufsichtsbehörde MFSA unabhängig nachschlagen.

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Revolut geht noch weiter: Über Revolut Bank UAB in Litauen verfügt das Unternehmen über eine vollwertige EU-Banklizenz, beaufsichtigt von der Europäischen Zentralbank – seit Kurzem ergänzt um eine französische Banklizenz. Deutsche Kund:innen bekommen seit Ende 2024 automatisch eine deutsche IBAN, Einlagen sind bis 100.000 Euro über die litauische Einlagensicherung geschützt. Kryptowährungen kaufen und verkaufen lässt sich obendrauf – als Zusatzfunktion zur regulären Bank, nicht als Kern des Geschäftsmodells.

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Der Unterschied zu WeFi liegt also nicht in der Grundidee – Banking und Blockchain zusammenzubringen versuchen längst mehrere große, etablierte Anbieter. Der Unterschied liegt im Lizenzstatus: Bei Crypto.com und Revolut lassen sich die Lizenzen schon heute bei echten Aufsichtsbehörden nachschlagen. Bei WeFi/DeOne lässt sich das aktuell noch nicht auf die gleiche Weise nachvollziehen – das kann sich aber ändern, je weiter sich das Projekt entwickelt.

📊 Einordnung: Wie seriös ist WeFi einzuschätzen?

WeFi ist ein noch junges Krypto-Banking-Projekt – und wie bei vielen jungen Anbietern in diesem Bereich gibt es neben der offiziellen Selbstdarstellung auch kritische unabhängige Stimmen, die den bislang nicht unabhängig bestätigten Regulierungsstatus hinterfragen. Öffentlich nachprüfbar ist aktuell eine Registrierung von WeFi Payments Limited als Money Services Business bei der kanadischen FINTRAC.

Das heißt nicht automatisch, dass WeFi unseriös ist – junge Projekte in diesem Bereich brauchen oft Zeit, bis sich ihr regulatorischer Status vollständig etabliert hat. Wie bei jedem jungen Finanzprojekt gilt aber: Informier dich selbst gründlich über Lizenzen, Team und unabhängige Quellen, bevor du Geld einzahlst, Daten hinterlegst oder investierst – und setz nie mehr ein, als du im Zweifel verschmerzen könntest.

Gerade bei jungen Finanz- und Kryptoprojekten gilt deshalb für uns weiterhin:

Nicht blind glauben. Informieren. Prüfen. Verstehen. Beobachten. Und dann selbst entscheiden.

WeFi, DeOne, Crypto.com und Revolut gehören zu den Entwicklungen, die wir deshalb weiter aufmerksam – und kritisch – verfolgen, ohne dabei unseren eigenen Anspruch an sorgfältige Prüfung aufzugeben.

Denn eines zeichnet sich bereits klar ab:

Die Finanzwelt von morgen wird wahrscheinlich deutlich internationaler, digitaler und stärker mit Blockchain-Technologie verbunden sein als die Finanzwelt, die wir heute kennen.

📚 Weiterlesen außerhalb von WeFi

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, sollte bewusst auch Originalquellen außerhalb des WeFi-Ökosystems lesen:

Julia und Frank sind keine Steuerberater:innen. Für eine Einschätzung deiner persönlichen Situation wende dich bitte an eine:n Steuerberater:in.

Du interessierst dich für Auswandern, digitales Nomadentum, internationales Banking, Krypto und neue Möglichkeiten für ein ortsunabhängiges Leben?

👉 Weitere Erfahrungen, Hintergründe und unsere aktuellen Projekte findest du bei Elevate Your Life.

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Alle Inhalte auf diesem Blog sind ausschließlich persönliche Erfahrungsberichte und Meinungen von Julia Fohrer und Frank Reiher. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und ersetzen diese nicht.

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