Die Haltefrist Kabinett-Frage hat sich am 14. Oktober 2026 überraschend anders entwickelt als erwartet: Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Krypto-Besteuerung an diesem Mittwoch nicht beschlossen. Wenn du aus dem Hamsterrad raus willst und dir mit Krypto nebenbei etwas aufbauen möchtest, fragst du dich jetzt wahrscheinlich: Gilt die steuerfreie Haltefrist nun doch weiter? Die kurze Antwort: Ja, vorerst unverändert. Die lange Antwort ordnen wir hier für dich ein, ohne Panik und ohne Schönfärberei. Die Haltefrist ist übrigens die Zeitspanne, nach der du private Krypto-Gewinne in Deutschland bisher steuerfrei kassieren kannst, aktuell ein Jahr.
💡 Kurz gemerkt
- Der Stand: Laut CryptoTicker (Bericht vom 15. Oktober) stand das Thema bei der Kabinettssitzung am 14. Oktober nicht in den veröffentlichten Ergebnissen. Einen neuen Termin nannte das Finanzministerium nicht.
- Die Rechtslage: Bis ein Gesetz verkündet ist, gilt die einjährige Haltefrist unverändert.
- Der Entwurf: Er würde nur für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Das ist aber noch kein Beschluss.
- Dein Plan: Informiert bleiben, Unterlagen sauber führen und Steuerfragen mit Fachleuten klären.
Haltefrist Kabinett: Was am 14. Oktober wirklich passiert ist
Zuerst die Fakten zur Haltefrist Kabinett-Debatte. Ein Kabinettsbeschluss bedeutet, dass die Bundesregierung einen Gesetzentwurf offiziell auf den Weg bringt. Erst danach beraten Bundesrat und Bundestag. Genau diesen ersten Schritt hat es am 14. Oktober nicht gegeben. Nach Berichten von CryptoTicker und Blocktrainer erklärte das Finanzministerium, die regierungsinternen Abstimmungen liefen noch. Die Fachleute sprechen hier von der Ressortabstimmung: Die Ministerien klären untereinander, ob sie dem Entwurf zustimmen.
Auch im Petitionsausschuss des Bundestages wurde das Thema zwei Tage zuvor besprochen. Laut Bundestag (Kurzmeldung vom 12. Oktober 2026) hatten 44.439 Menschen die Petition für den Erhalt der Haltefrist mitgezeichnet. Ein Vertreter des Finanzministeriums sagte dort, der Vorschlag befinde sich in der Ressortabstimmung, und zum Ausgang: Diese bleibe in der Sache abzuwarten. Eine Entscheidung des Ausschusses gab es an diesem Tag nicht.
Was die Verschiebung bedeutet und was nicht
- Kein Freifahrtschein: Dass der Termin ausfiel, heißt nicht, dass der Plan vom Tisch ist. Er ist nur nicht beschlossen.
- Kein neuer Termin: Wann das Kabinett sich damit befasst, ist laut Berichten offen.
- Keine Wirkung auf heute: Für Verkäufe, die du jetzt tätigst, ändert sich durch den ausgefallenen Termin nichts.
Haltefrist Kabinett und der Entwurf: Was geplant ist
Damit du die Debatte einordnen kannst, hier die Eckpunkte des Entwurfs, so wie sie in der Berichterstattung und im Petitionsausschuss genannt wurden. In unserem Artikel „Krypto Haltefrist vor dem Aus“ haben wir den ersten Entwurf ausführlicher erklärt.
- Neue Einordnung: Kryptowerte sollen steuerlich den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet werden (§ 20 Einkommensteuergesetz) statt wie bisher den privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23). Dann entfiele die Haltefrist.
- Steuersatz: Der Finanzministeriumsvertreter nannte im Ausschuss 25 Prozent Kapitalertragsteuer. Dazu können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen.
- Stichtag: Nach dem Bericht von CryptoTicker soll das nur für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Für ältere Bestände soll die bisherige Regel weitergelten. Das ist ein Entwurfsstand, kein beschlossenes Recht.
- Ersatzbemessung: Fehlen einer Plattform deine Kaufdaten, soll laut Entwurf der Steuerabzug auf 50 Prozent der Einnahmen berechnet werden. Das ist eine Notfallregel, die laut dem von CryptoTicker zitierten Steuerberater Matthias Steger zu einem deutlich zu hohen Abzug führen kann.
Die Kritik daran kommt nicht nur von Krypto-Fans. Laut CryptoTicker bezweifelt zum Beispiel die Deutsche Kreditwirtschaft, dass eine technische Umsetzung vor 2029 möglich ist. Wir können das nicht selbst prüfen und geben es deshalb nur als Stimme aus der Debatte wieder.
Und was ist mit Gold? Ein Satz, der hängen blieb
Laut BTC-Echo (Bericht vom 12. Oktober) deutete ein Vertreter des Finanzministeriums im Ausschuss an, man könne auch bei anderen Wirtschaftsgütern über ein Ende der steuerfreien Haltefrist nachdenken, wodurch Gold betroffen wäre. Wichtig ist die Einordnung im selben Bericht: Konkrete Pläne, die Haltefrist für Gold abzuschaffen, gibt es bislang nicht. Es war eine mündliche Äußerung, kein Gesetzentwurf. Wir erwähnen sie, weil sie zeigt, in welche Richtung die Diskussion gehen könnte, nicht als Prognose.
⚠️ Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel ist rein informativ und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Er ist auch kein Grund, Krypto zu kaufen, zu verkaufen oder aus ETFs und Aktien umzuschichten. Krypto-Investments sind mit hohem Risiko bis zum Totalverlust verbunden. Julia und Frank sind keine Steuerberater. Für eine Einschätzung deiner persönlichen Situation wende dich bitte an eine:n Steuerberater:in.
🧭 Unsere persönliche Meinung: Wer hier wirklich getroffen würde
Für uns zeigt die Debatte etwas Grundsätzliches. Die Haltefrist war lange eine der wenigen Regeln, die langfristiges Sparen belohnt hat. Wenn sie fällt, trifft es vor allem Menschen, die geduldig halten, und nicht die, die schnell handeln. Dass ein Gesetzentwurf mit so kurzer Stellungnahmefrist (laut Berichten nur bis 6. Oktober) so weit vorangetrieben wurde, sehen wir kritisch. Wir finden es richtig, dass Betroffene jetzt Druck machen. Gleichzeitig gilt: Unsere Einschätzung ersetzt keine Prüfung deiner Lage. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich Steuerregeln oft schneller ändern, als einem lieb ist. Wer ortsunabhängig leben will, sollte sich deshalb nie auf eine einzelne Regel verlassen.
Was du jetzt konkret tun kannst
- Nichts überstürzen: Ein ausgefallener Kabinettstermin ist kein Signal zum Handeln. Entscheidungen über Käufe oder Verkäufe gehören nicht auf Basis von Schlagzeilen getroffen.
- Unterlagen ordnen: Kaufdatum, Kaufpreis und Plattform für jede Position festhalten. Genau diese Daten braucht es, falls später eine Stichtagsregel oder die Ersatzbemessung greift.
- Meldepflichten kennen: Plattformen müssen Daten künftig automatisch an Behörden melden. Warum das auch für Auslandskonten gilt, erklärt unser Artikel „Auslandskonto und Finanzamt“.
- Wegzug nicht vergessen: Wer Deutschland verlassen will, bleibt unter Umständen trotz Abmeldung steuerpflichtig. Mehr dazu in „Wohnsitz abmelden reicht nicht“.
- Fachleute fragen: Hol dir für deine persönliche Situation eine Einschätzung von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
FAQ: Häufige Fragen zur Haltefrist und zum Kabinett
Gilt die einjährige Haltefrist aktuell noch?
Ja. Solange kein Gesetz verkündet ist, gilt die bisherige Regel. Der Entwurf ist laut Berichten weder vom Kabinett beschlossen noch im Bundestag verabschiedet.
Wann entscheidet das Kabinett neu?
Ein neuer Termin wurde laut CryptoTicker vom Finanzministerium nicht genannt.
Würde die Neuregelung auch meine alten Coins betreffen?
Nach dem derzeitigen Entwurfsstand soll sie nur für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Das kann sich noch ändern.
Ist Gold auch betroffen?
Laut BTC-Echo gibt es bislang keine konkreten Pläne dazu. Es war eine Äußerung in der Anhörung.
Wo finde ich mehr zu unseren Empfehlungen?
Auf unserer Empfehlungen-Seite sammeln wir Partner und Tools, die wir selbst nutzen oder gut finden.
Fazit: Ruhe bewahren, Optionen offenhalten
Beim Thema Haltefrist Kabinett gilt aktuell: abwarten, aber vorbereitet sein. Der geplatzte Kabinettstermin verschafft Klarheit in einem Punkt: Aktuell gilt die Haltefrist weiter. Offen bleibt, ob und wann der Entwurf kommt und in welcher Form. Unsere Philosophie lautet: Optionen sind mehr wert als Prognosen. Wer seine Unterlagen im Griff hat und sich nicht von Schlagzeilen treiben lässt, bleibt handlungsfähig. Für das Thema Melde- und Transparenzpflichten haben wir die Checkliste „Bin ich von den neuen Melde- und Transparenzpflichten 2026 betroffen?“ vorbereitet. Und im EYL Tribe auf Telegram tauschen wir uns mit der Community über solche Themen aus.
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